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Großartige Premierenkritiken in Aalen

Veröffentlicht am 14.10.2018
Tanzfestival "imPULS" in Aalen: Wie die Posterino Dance Company dem Publikum in der Stadthalle Aalen einen kontrastreichen Abend bietet. Das Publikum war einfach toll! Viel Szenenbeifall und langer, begeisterter Finalapplaus!
 
Wir danken allen Beteiligten vom Kulturamt der Stadt Aalen und vom Dachverband Tanz für die großartige Unterstützung, die diese Produktion möglich gemacht hat. Und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.
 
Nachfolgend zwei großartige Premierenkritiken. Bühnenfotos stellen wir demnächst noch ein.
 

Rezension von Dagmar Oltersdorf, Schwäbische Post, 13. Oktober 2018
 
Ein Anfang ist gemacht. Und zwar ein beachtenswerter. Am Freitagabend setzte die Posterino Dance Company aus München in der Stadthalle Aalen einen ersten Höhepunkt beim neuen Tanzschwerpunkt des Aalener Kulturamtes. „Impuls“ heißt das mehrtägige Tanzfestival, das die ersten Aalener Kulturwochen begleitet. Impuls, das passt bestens zu dem, was die drei Tänzerinnen und die drei Tänzer nach der Choreografie von dem Namensgeber und Leiter der Company, Gaetano Posterino, zeigen.

„Through my eyes“, so der Titel des ersten Sets. Dessen Hintergrund ist tiefschwarz, als die sechs Tänzer sich die Bühne erschreiten. Dazu aus dem Off tiefe Atemzüge, das Pochen eines Herzens. Die Körper scheinen sich wie ein einziges Organ im Gleichklang zu wiegen, erst dann schwärmen einzelne von ihnen aus. Produzieren sich, stimmlich, körperlich – das Buhlen um den ersten Platz, um Aufmerksamkeit. Einer will besser sein als der andere, dazu vereinzelt Kinderlachen. Ein Spiel, in dem gefordert und gekämpft wird, mitunter von schrillen Tönen begleitet, flankiert von der Musik von Vincenzo Bellini und Werner Scharfenberger. Dann betritt ein Mädchen im roten Kleid die Szene, der Übertritt zur Schwelle ihres Erwachsenseins angedeutet, ungelenke Bewegungen, dazu das Lied „Ich bin morgens immer müde“, ein Bild, das ins Groteske überzieht und amüsiert. Junge Männer in ihrem Bannkreis, die durch in ihnen auf Ausbruch lauernde Energie Aggression vermitteln, unterschwellige Sexualität. Später ein Koffer, aus dem Schuhe gepackt werden, ein rosa Ballkleid – die Welt, die mit Ruhm lockt? Eine fesselnde Choreografie voller Andeutungen, die klassischen Tanz mit zeitgenössischem Tanz und Tanztheater mischt und die es individuell zu deuten gilt. Nicht alltäglich, überraschend und spannend. „Bei all den Schwierigkeiten in meinem Leben habe ich gelernt, zu lachen und zu weinen“, sagt eine der Tänzerinnen am Ende und gibt damit Gedankenfutter mit in die Pause. Nicht bevor sich das Publikum mit viel Applaus bedankt.

Mit „Love me if you can!“ geht die Company in ihr zweites Set. Der Kontrast könnte kaum größer sein. Rockabilly, Rock’n Roll, Musik von Ray Charles, The Temptations und Nina Simone. Die Tänzerinnen in Blümchenkleidern, umgarnt von flirtenden jungen Männern. Unbeschwertes Werben hier, Eifersucht und Rivalität, dazu Ironie – wie etwa durch eine angedeutete Elvis-Parodie. Synchronität und Gleichklang, gefolgt von Auseinandergehen und Verschwinden – das ewige Karussell aus Liebe, Leidenschaft. Enttäuschung und Gleichgültigkeit. Für all das gibt es immer wieder Zwischenapplaus von einem deutlich angetanem Publikum. Das kann sich auf ein weiteres Festival „Impuls“ im nächsten Jahr freuen.
 
 
Rezension von Gerhard Krehlik, Schwäbische, 14. Oktober 2018
 
Zeitgenössischer Tanz ist das Thema bei einem Podiumsgespräch gewesen, das unter dem Motto „Theater trifft Oper trifft Tanz“ am Freitag im früheren Stadthallenrestaurant stattgefunden hat. Dort unterhielten sich die Intendanten der Theater Ulm und Aalen Kay Metzger und Tonio Kleinknecht mit Gaetano Posterino, dem Chef der Posterino Dance Company aus München. Er sei eben Italiener, sagte Posterino zu Beginn, deshalb liege ihm die Oper im Blut. Er wolle mit seiner Arbeit die bestehenden Grenzen zwischen Oper, Theater und Tanz überwinden und aufheben.
 
Die beiden Tanzabende sind Bestandteil der Reihe „Impuls 2018“ des Aalener Kulturamtes. Damit sind am Freitagabend mit bemerkenswert vielen jungen Leuten im Saal die Aalener Kulturwochen gestartet.
 
Die beiden Teile des Tanzprogramms waren völlig unterschiedlich. Die erste Produktion mit dem Titel „Through my eyes“ bot den Besuchern zuweilen mystische, opulente und fantasievolle Szenen und Bilder der sechsköpfigen, internationalen Dance Company zu Musik aus Vincenzo Bellinis Oper „Norma“ und von Werner Scharfenberger.
Die drei Tänzer und die drei Tänzerinnen, allesamt an renommierten Akademien in Portugal, Australien oder Japan im klassischen Ballett ausgebildet, beeindruckten die Besucher sowohl durch eine perfekte Körperbeherrschung, als auch durch den starken Ausdruck in Bewegung, Mimik und Gestik, mit der sie die kreative Choreographie von Gaetano Posterino auf der Bühne umsetzten.
 
Untermalt und begleitet wurden die Szenen nicht nur von Musik sondern auch von diversen, zuweilen unheimlichen Geräuschen wie splitterndem Glas, keuchendem Atem, Herztönen oder Schritten im Kies. Aber auch die Akteure selbst lachten, sangen, klatschten oder schrien – ungewöhnlich und damit eben grenzüberschreitend für Tänzer. Zwischen Tüllkleid und Bikini, Jeans und T-Shirt, Badehose und rotem Minikleid herrschte Leben auf der Bühne und für Augen und Ohren gab es bei jeder neuen Szene wieder eine verblüffende Überraschung. Nach der Pause hieß es dann „Love me if you can“ zu Pop- und Soulmusik von James Brown, den Temptations, Ray Charles und anderen.
 
Das musikalische und choreografische Konzept von Gaetano Posterino erinnerte dabei ein wenig an die amerikanischen Tanzfilme wie etwa „Dirty dancing“ oder „Saturday night fever“. Romantik, Entspannung und ein Schuss Erotik waren angesagt. Bei rasanten Soli und perfekten Auftritten der drei Paare gab es auch Szenenbeifall, der im ersten Teil vor lauter Staunen ausgeblieben war. Dem folgte ein stürmischer Schlussapplaus.
 
 
Großartige Premierenkritiken in Aalen